05.08.2010, 13:32 Uhr | dpa, t-online.de, sid
Zwischen 1990 und 1998 Bundestrainer, mit Aserbaidschan heute deutscher Gegner in der EM-Qualifikation: Berti Vogts. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Berti Vogts selbst stellte einst als Bundestrainer fest, dass die Zeiten der Kleinen im Weltfußball Geschichte seien. Trotzdem bleibt es dabei, dass der Weltmeister von 1974 mit Aserbaidschan keineswegs als Favorit anreist, um sich in Köln mit dem WM-Dritten Deutschland zu messen (am 7. September ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Der 63-Jährige erwartet am zweiten Spieltag der EM-Qualifikation vielmehr eine "kostenlose Lehrstunde" seiner früheren für seine jetzige Mannschaft: "Wir können Deutschland nicht ärgern. Ich sehe mich hier als Entwicklungshelfer. Wir sind Teil der Party, die Deutschland beim ersten Heimspiel nach der WM feiern will", sagte Vogts der "Bild am Sonntag" bereits am 29. August.
"So, wie sie bei der WM aufgetreten ist, wie sie Fußball gespielt hat, ist sie auch ohne Titel die beste Mannschaft der Welt. Besser auch als Spanien", urteilte Vogts über sein früheres Team in der "taz".
Deutschland habe mit seinem Auswärtserfolg bei den starken Belgiern einen "wichtigen Schritt zum Gruppensieg" getan. "Die deutsche Mannschaft hat dort weitergemacht, wo sie in Südafrika aufgehört hat. Wir waren sehr beeindruckt, wie sie gegen starke Belgier gespielt hat. Sie hat großes Potenzial. Wir können in aller Ruhe auf den nächsten Titel warten." Von Deutschlands vermeintlich schärfstem Gruppen-Rivalen Türkei wiederum erwartet Vogts nicht, das er in Belgien gewinnt.
Der frühere Weltklasseverteidiger, der die DFB-Auswahl 1996 in England zum EM-Titel geführt hatte, sieht aus unterschiedlichen Gründen für sein Team keine Chance. "Ein Problem ist, dass viele Spieler hier wegen der Ramadan-Zeit tagsüber nicht essen. Außerdem haben wir ein junges Team - da fehlen unter anderem Erfahrung und die nötige Fitness. Ich habe es ja leider selbst gesehen, wie hier bei einem Klub Reha-Training am Pool stattfand. Da wird etwas falsch verstanden", sagte er in der "Bild".
Er hofft, mit und für Aserbaidschan "in vier, fünf Jahren den Anschluss ans europäische Mittelmaß" hergestellt zu haben. Mehr sei "unmöglich", betonte Vogts drei Tage vor der Begegnung in der ARD-"Sportschau", dafür werde "zu wenig trainiert" und noch nicht genügend für die Nachwuchsarbeit getan.
Ähnlich wie Vogts sieht auch Winfried Schäfer die Partie als Fortbildungsmaßnahme für den aserbaidschanischen Fußball. "Es bringt ja Berti Vogts nichts, immer gegen Lichtenstein zu gewinnen - je öfter man gegen Teams wie Deutschland, Spanien oder Italien spielt, desto besser werden die Spieler", sagte der deutsche Trainer des FK Baku. Im Unterschied zu Vogts schließt Schäfer eine Überraschung aber nicht kategorisch aus. "Deutschland hat eine Supermannschaft, aber wenn Aserbaidschan in der Offensive schnell und in der Defensive konsequent ist, kann es seine Chancen haben", befand Schäfer.
Nach dem erfolgreichen Auftakt in die EM-Quali steht für Löws Elf das nächste Spiel gegen das Team von Berti Vogts an. zum Video
Quelle: dpa , t-online.de , sid
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