11.11.2011, 09:44 Uhr
Zwei der Kandidaten: Jerome Boateng und Christian Träsch könnten auf der rechten Seite spielen. (Quelle: imago)
Aus Kiew berichtet Patrick Brandenburg
Die deutsche Nationalmannschaft hat einen der besten rechten Außenverteidiger der Welt in ihren Reihen: Philipp Lahm. Leider gehört er gleichzeitig zu den besten linken Außenverteidigern. Weil er derzeit beim FC Bayern München auf dieser Position gebraucht wird, spielt er auch im DFB-Team wieder dort und hinterlässt auf der anderen Seite eine große Lücke. Jerome Boateng, Christian Träsch oder Benedikt Höwedes sollen sie schließen. Oder vielleicht doch Mister X, der große Unbekannte? "Ich bin immer für Überraschungen gut", sagte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Test in Kiew gegen EM-Gastgeber Ukraine (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online) geheimnisvoll. Wer mag, kann diese Andeutung auch auf die vakante Position in der Viererkette beziehen. (Formcheck: So sind Jogis Jungs in Form)
Bauch, Beine, Po hat die Nationalelf dank amerikanischer Fitnessgurus längst im Griff. Doch rechts und links Hinten bleiben wechselseitig die Problemzonen im DFB-Team. Immer, wenn die Lösung auf der Hand zu liegen schien, ist sie dem Bundestrainer entglitten: Marcell Jansen war der große Hoffnungsträger bis zur EM 2008, ehe das Debakel gegen Kroatien seiner Karriere einen herben Dämpfer verpasste. Das trieb Lahm wieder nach links und ließ die Nationalelf auf der anderen Seite auf Arne Friedrich setzen. Bei der WM 2010 ging der Versuch schief, Bayerns Shooting-Star Holger Badstuber von Null auf Hundert zum Stammspieler auf der linken Seite zu befördern. Nach der Pleite gegen Serbien war auch dieses Experiment beendet. Jerome Boateng sprang erfolgreich in die Bresche.
Allrounder Boateng hat seine "linke Vergangenheit" mittlerweile abgelegt und gilt nun als erste Anwärter für die gegenüberliegende Seite im DFB-Team. Beim Sieg der deutschen Mannschaft in der Türkei hat er gezeigt, dass er es kann. Hinderlich ist nur, dass alle Welt Boateng eher als Innenverteidiger sieht. Sein Münchner Trainer Jupp Heynckes genauso regelmäßig wie Bundestrainer Löw, der zuletzt aber wieder zurückruderte. Und so wechselt der 23-Jährige immer noch munter die Positionen, beim FC Bayern und in der Nationalelf. Für Boateng, der selbst auch lieber im Zentrum spielt, wäre der Job am Rand aber die vielversprechendere Variante. Denn nirgends sonst ist der Weg so kurz, es in die Nationalelf zu schaffen.
Trotz hoher Belastung beim FC Bayern will der Stürmer auch gegen die Ukraine und Holland vollen Einsatz zeigen. zum Video
Während auf fast allen anderen Positionen selbst die zweite Reihe top besetzt ist, streitet sich Boateng mit Christian Träsch und Benedikt Höwedes um den Stammplatz. Gegen EM-Gastgeber Ukraine dürfte erneut der Wolfsburger Träsch vorspielen. Dabei hat der 24-Jährige bislang weder bei seinem neuen Klub VfL Wolfsburg gezeigt, warum er jüngst stolze neun Millionen Euro Ablöse gekostet hat, noch in seinen bisher neun Länderspielen einen wirklich überzeugenden Auftritt abgeliefert. In vier Einsätzen 2011 war Träsch nie besser benotet als mit einer Vier. Selbst bei der DFB-Gala gegen Brasilien nicht, als eigentlich alle deutschen Spieler glänzten. Träsch lebt immer noch vom starken Eindruck, den er zuvor beim VfB Stuttgart hinterlassen hat - dort allerdings häufiger im Mittelfeld.
Etwas besser steht der Schalker Höwedes da. Bei seinen insgesamt fünf Einsätzen in der Nationalelf zeigte er stets ordentliche Leistungen. Allerdings hat der Verteidiger nur die Partien in Aserbaidschan und gegen Belgien über die volle Distanz bestritten. Und: Höwedes hat in der Liga längst noch nicht wieder an sein wahres Potenzial angeknüpft, das ihn vor dieser Saison zum Kandidaten auf der Einkaufsliste des FC Bayern machte. Im Übrigen sind weder Höwedes noch Träsch bislang als Flankengötter aufgefallen, aber gerade diese Offensivqualitäten werden für einen modernen Außenverteidiger immer wichtiger.
Alle drei Bewerber können die Rolle ausfüllen. Aber die perfekte Lösung liegt noch nicht auf der Hand. Vielleicht ist ja doch Zeit, für ein brandneues Experiment. Auch Oliver Bierhoff nährt die Gerüchte. "Jogi wird sich wieder etwas Interessantes ausprobieren," kündigte der Manager der Nationalelf vor dem Abschlusstraining im Olympiastadion von Kiew an, ohne auf die Position einzugehen. Eine Möglichkeit wäre, einen anderen Abwehrspieler auf der Seite zu testen.
Doch gegen Dennis Aogo spricht die Formschwäche, und alle anderen, möglichen Kandidaten passen nicht dort hin. Eine Alternative wäre, angesichts des überbordenden Angebots in der Schaltzentrale einen Mittelfeldspieler mit der Aufgabe zu betrauen. Das allerdings wäre eine kleine Revolution. Selbst der experimentierfreudige Bundestrainer wird dieses Risiko nicht eingehen.
Der Spieler des FC Bayern sieht dem Konkurrenzkampf im DFB-Team gelassen entgegen. zum Video
Quelle: t-online.de
uns uwe schrieb:
am 11. November 2011 um 18:17:40
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rechter aussenverteidiger
boateng, träsch, höwedes oder mr. x? ne, also mister x kann ich mir nicht vorstellen, das gibt aus dem kader
heraus keinen sinn, wird schon einer von den dreien sein, jerome boateng ist sicherlich auf der position der mit abstand stärkste. leider fehlt er dann als iv, aber dort ist der abstand zum rest kleiner als auf der aussenposition. badstuber und hummels wären ok, beide können auch das spiel eröffnen.
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sportsfan schrieb:
am 11. November 2011 um 18:11:54
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boateng
jerome wäre sicherlich der ideale innenverteidiger, er hat eigentlich alles dafür, zeigte auch die u-21 em 2009. aber er ist auch
zur zeit der beste deutsche aussenverteidiger auf rechts, auch keine frage, sehe da keine wirkliche alternative im moment. aber dann muss aber nicht der spielschwache mertesacker innenverteidiger spielen, denn gegen grosse mannschaften á la spanien können wir uns seine hilflosigkeit bei der spieleröffnung nicht mehr leisten.
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bvb-fan schrieb:
am 11. November 2011 um 18:06:38
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rechter aussenverteidiger
es ist auffallen, dass wir in deutschland auf den aussenverteidigerpositionen keine sehr gute spieler haben. da
muss in der ausbildung was geändert werden. als rechter aussenverteidiger muss man heute im rechten mittelfeld wie als aussenstürmer und flankengott unterwegs sein. und am besten auch noch beidfüssig sein, damit mit auch nach innen gehen kann, wie robben, aber dem fehlt der rechte zur flanke.
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