13.11.2011, 17:12 Uhr
Joachim Löw schwört Miroslav Klose auf das Duell gegen Holland ein. (Quelle: imago)
Die ganz großen Experimente sind vorbei, das Tüfteln geht aber weiter. Joachim Löw wird im Testspiel gegen die Niederlande (am 15. November ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) wieder auf Altbewährtes setzen: "Es gibt sicher keine Dreierkette gegen Holland", sagte der Bundestrainer vor seinem 75. Einsatz als DFB-Coach. Eine Systemänderung könnte es aber erneut geben. Löw plant die Rückkehr zu zwei Stürmern. "Sicher sind ein oder zwei Spitzen möglich", bestätigte Teammanger Oliver Bierhoff.
Löw denkt an eine Abkehr vom gewöhnlichen 4-2-3-1-System hin zur alten 4-4-2-Taktik mit den Stürmern Mario Gomez und Miroslav Klose. "Wir werden sehen, ob wir mit zwei Spitzen spielen können. Das hängt davon ab, ob Miroslav Klose spielen kann", sagte Löw. Der Italien-Legionär von Lazio Rom, der erst nach dem Ukraine-Spiel zur Mannschaft stieß, konnte seine erste Trainingseinheit ohne Probleme absolvieren und gibt Hoffnungen für einen Einsatz. "Ich denke, dass ich spielen kann", sagte der 33-Jährige.
Wie auch immer die deutsche Mannschaft auflaufen wird: Erstmals seit 2004 (5:1 in Thailand) soll im letzten Spiel des Jahres wieder einmal ein Sieg her. "Das ist ein sehr ernsthaftes Spiel. Wir hoffen, ein Zeichen setzen zu können. Wir wollen zeigen, dass wir auch die ganz Großen schlagen können. Wir haben uns fest vorgenommen, das Jahr positiv abzuschließen", sagte Bierhoff mit Nachdruck und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Gegen die Holländer zu gewinnen, macht doppelte Freude."
Zumal Löw gegen die Oranjes auch noch zum 75. Mal die Verantwortung für die DFB-Auswahl trägt. "Seine Quote ist einmalig. Das ist eine großartige Leistung", lobte Bierhoff. Vor allem aber habe sich der 51-Jährige "als Person nie verändert. Er schafft es trotz des ganzen Rummels immer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren."
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Das Wesentliche ist für Löw allein der Erfolg der Mannschaft. Diese will er auf alle Eventualitäten vorbereiten. Deshalb kam er quasi über Nacht auf die Idee der Systemumstellung. Löw wollte den "Ernstfall vor dem Ernstfall proben". Gegen den Erzrivalen Niederlande geht es aber nun darum, in einer europaweit beachteten Kraftprobe Stärke für 2012 zu demonstrieren. Die Spieler wollen Muskeln zeigen. "Das wird ein Kräftemessen auf ganz hohem Niveau", sagte Ausnahmetalent Mario Götze.
Der Dortmunder konnte beim ersten gemeinsamen Startelf-Einsatz mit Mesut Özil in der Ukraine kaum Akzente setzen, das Duo agierte meist wie zwei Solisten. Für Kreativität sorgte der hinter ihnen agierende Münchner Kroos. "Toni war überragend gut. Bei ihm sind viele Fäden zusammengelaufen", lobte Löw den 21-Jährigen. Und verkündete mit Blick in Richtung EM, dass er "das System nicht für Mesut und Mario umkrempeln" werde.
Zurück also zu Bewährtem: "Das Grundsystem ist gefestigt und für die Mannschaft mit der größten Sicherheit behaftet", sagte Löw, der aber bis zum Turnierstart am 8. Juni 2012 "immer mal eine Variante bringen möchte". Gegen den WM-Zweiten Holland könnte das Modell mit der Doppelspitze Klose/Gomez erstmals seit 2009 eine Neuauflage erleben.
Die DFB-Elf quartiert sich im Dwor Oliwski in Danzig ein. t-online.de macht den Hotel-Check. zum Video
Quelle: sid , dapd , t-online.de
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