05.09.2010, 08:52 Uhr | t-online.de
Bundestrainer Joachim Löw (re.) setzt auch weiterhin auf die Dienste von Michael Ballack. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Nach dem Ende der wochenlangen Ungewissheit in der K-Frage stärkt Bundestrainer Joachim Löw seinem Kapitän Michael Ballack den Rücken. "Ich möchte die Mannschaft weiterentwickeln – und zwar sehr gern mit Michael. Das ist so geplant. Aber er muss seine Form wieder erreichen. Das traue ich ihm zu, denn er hat weiterhin großes Potenzial", sagte der 50-Jährige der "Bild am Sonntag". Voraussetzung dafür sei, dass Ballack nach seiner Knöchelverletzung physisch wieder in Top-Form kommt, so Löw: "Natürlich ist gerade in seinem Alter die körperliche Fitness sehr wichtig. Michael ist jedoch ehrgeizig, er stellt sich dem Konkurrenzkampf und damit dem Leistungsprinzip." News zu Joachim Löw
Für die beiden Partien in der EM-Qualifikation gegen Belgien und Aserbaidschan gehört Ballack nicht zum Kader der deutschen Nationalmannschaft. Als sein Stellvertreter fungiert Philipp Lahm, wie schon bei der WM in Südafrika. Abstimmung: Wer ist der beste DFB-Kapitän aller Zeiten?
Löw hat mit dem DFB-Team ehrgeizige Ziele, deshalb braucht er einen Ballack, der auf dem Platz 90 Minuten Vollgas geben kann. Aus diesem Grund hat der Nationalcoach für den Doppelspieltag in der EM-Qualifikation auf den Leverkusener verzichtet: "Man muss Michael zugestehen, dass er jetzt noch nicht in der Form ist, uns zu helfen. Das war offensichtlich in seinen ersten Spielen nach der schweren Verletzung", sagte Löw. Das sieht auch Ballacks Vereinstrainer Jupp Heynckes ähnlich. Es sei "seriös gar nicht einzuschätzen", wann er eine Verstärkung werde, sagte der Trainer von Bayer Leverkusen im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Einen bestimmten Zeitpunkt zu nennen, ist nicht möglich." Beim 3:6 gegen Borussia Mönchengladbach hatte Ballack eine schwache Leistung abgeliefert. "Wir haben gesehen, dass er noch nicht die Fitness hat, die er braucht, um auf hohem Niveau, auf seinem Niveau spielen zu können", sagte Heynckes.
Nach dem erfolgreichen Auftakt in die EM-Quali steht für Löws Elf das nächste Spiel gegen das Team von Berti Vogts an. zum Video
Ob Löw seinen Kapitän für die nächsten EM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei und Kasachstan Anfang Oktober wieder nominiert, hält er sich offen: "Das muss man in der Situation entscheiden. Es sind ja noch vier Wochen bis zum nächsten Doppel-Länderspieltag." Der 33-jährige Ballack müsste bei einer Rückkehr in den A-Kader wohl zunächst mit der Reservistenrolle Vorlieb nehmen. "Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira haben bei der WM hervorragende Rollen gespielt. Ich sehe die beide zurzeit auf ihren Positionen vorn", sagte Löw.
Für die Zukunft ist Löw guter Dinge, die Entwicklung seines Teams sei noch nicht abgeschlossen: "Bei der WM war unsere Spielweise ein Markenzeichen für schnelles, direktes Spiel: attraktiv, mit schnellem Umschalten, den Gegner regelrecht bedrängen. Wir haben als Mannschaft bei der WM einen großen Sprung gemacht." Mit dem Start in die EM-Qualifikation zeigte sich der DFB-Coach nach dem 1:0-Erfolg in Belgien hochzufrieden. "Man konnte nicht erwarten, dass alles klappt und funktioniert. Wichtig ist, dass man so ein Spiel auswärts gewinnt und die drei Punkte mitnimmt", bilanzierte der Bundestrainer. Für das Match gegen die von Berti Vogts betreuten Aserbaidschaner gab Löw denn auch gleich die Marschroute vor: "Wir werden anrennen und schauen müssen, dass wir möglichst früh in Führung gehen."
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Quelle: t-online.de
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