09.02.2012, 08:42 Uhr
121 Tage vor Beginn der Europameisterschaft steht England ohne Nationaltrainer da: Fabio Capello hat seinen sofortigen Rücktritt als Teammanager der Nationalmannschaft bekannt gegeben.
Die Entscheidung sei nach einem mehr als einstündigen Gespräch mit dem Verband FA gefallen. "Wir haben den Rücktritt Capellos akzeptiert und stimmen überein, dass es die richtige Entscheidung ist", teilte die FA auf ihrer Webseite mit.
Zuletzt hatte es Differenzen zwischen dem Italiener und dem Verband wegen der Absetzung John Terrys als Kapitän der Nationalmannschaft gegeben. Capello hatte den alleinigen Beschluss der FA kritisiert und sich hinter Terry gestellt, dem das Amt wegen seiner Verwicklung in einen angeblichen Rassismus-Skandal entzogen worden war. Dies seien auch die Kernpunkte des Gesprächs im Londoner Wembley-Stadion gewesen, hieß es weiter. "Geschockt über diese Nachricht", schrieb Nationalspieler Jack Wilshere auf Twitter. Der Arsenal-Profi hatte unter Capello sein Debüt im englischen Trikot gefeiert.
Capello hatte am 14. Dezember 2007 die Nachfolge des späteren Wolfsburger Trainers Steve McClaren als englischer Nationalcoach angetreten, nachdem sich das Fußball-Mutterland nicht für die EURO 2008 qualifiziert hatte. Capello war damit der zweite Ausländer nach dem Schweden Sven-Göran Eriksson, der den Chefposten bei den Three Lions bekleidete. Und die Ära Capello begann vielversprechend. In souveräner Manier löste England das Ticket unter für die WM 2010 in Südafrika.
Auf dem schwarzen Kontinent folgte allerdings die große Enttäuschung, als England im Achtelfinal sang- und klanglos an Deutschland (1:4) scheiterte. Fortan geriet auch Capello in die Kritik, die nach der problemlosen Qualifikation für die EM 2012 aber wieder verstummte. Nun muss sich England für die Endrunde in Polen und der Ukraine einen neuen Coach suchen. Am Donnerstag lädt die FA zu einer Pressekonferenz. Ob dann bereits ein Nachfolger präsentiert wird, ist allerdings unwahrscheinlich.
Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung zwischen Capello und dem englischen Verband, nachdem Terry vorgeworfen wurde, in einem Meisterschaftsspiel seinen Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch beleidigt zu haben. Terry bestreitet die Vorwürfe, dennoch muss sich der 72-malige Nationalspieler vor Gericht verantworten. Die Verhandlung des Falls wurde allerdings auf die Zeit nach der EM verlegt - zu spät für die FA, die einen unbelasteten Kapitän beim kontinentalen Wettbewerb im kommenden Sommer auf dem Spielfeld sehen möchten und den 31-Jährigen deswegen von seinem Amt entbunden hat.
Die DFB-Elf quartiert sich im Dwor Oliwski in Danzig ein. t-online.de macht den Hotel-Check. zum Video
Quelle: dapd
Der Gerechte schrieb:
am 8. Februar 2012 um 21:13:47
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Rücktritt von Capello
Respekt, konsequente Linie, egal wie man zu diesem Thema steht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
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