01.12.2011, 14:35 Uhr
Der Trainer mit seinem Hoffnungsträger: Dick Advocaat (re.) und Andrei Arschawin (Quelle: imago)
Das Fernziel ist klar: Eine herausragende Rolle bei der WM 2018 im eigenen Land spielen. Das Nahziel ist die EM 2012. Dort versucht die russische Mannschaft an die letzte Europameisterschaft anzuknüpfen, bei der sie bis ins Halbfinale vordrang. Es war nach langer Zeit mal wieder ein Erfolgserlebnis für das Land, dessen große Erfolge (EM-Titel 1960, Finale 1988) noch aus der Zeit der Sowjetunion stammen. Für neue Höhenflüge soll ein Niederländer sorgen, der nach Meinung des Verbandspräsidenten Sergej Fursenko "ein wenig zu einem Russen geworden ist".
Vor dem vorletzten Spieltag kamen unguten Erinnerungen hoch. Russland musste in die Slowakei. Jenem Gegner, der den Russen bei der WM-Qualifikation 2006 Platz zwei weggeschnappt und sie zum Zuschauen verurteilt hatte. Doch diesmal gewann Russland 1:0. Das abschließende 6:0 gegen Andorra, das Rang eins in Gruppe B bedeutete, war nur noch Formsache. (EM-QualifikationErgebnisse und Tabelle der Gruppe B)
Die EM 2012 ist für die Russen auch ein Vorbote für die WM 2018. (Quelle: imago)Gefürchtet sind die Russen wegen ihres Kombinationsspiels und der starken Offensive. In der Qualifikation legten sie den Grundstein für den Erfolg jedoch am anderen Ende des Spielfelds, kassierten in zehn Partien nur vier Gegentore. Und bis zur EM wird Stammtorhüter Igor Akinfeev seinen Kreuzbandriss überstanden haben. Neben altgedienten Profis wie Konstantin Zyryanov (34), Igor Semshov (33), Pawel Pogrebnyak (27) und Andrei Arschawin (30) sorgte ein 21-Jähriger für Furore. Alan Dzagoev von ZSKA Moskau erzielte vier Tore in acht Spielen. Er wird in Russland schon seit längerer Zeit als "neuer Arschawin" gesehen.
Er ist in Zentimetern gemessen bei weitem nicht der Größte, nur 1,72 Meter. Und besonders robust wirkt er auch nicht. Aber Andrei Arschawin ist unglaublich schnell und trickreich. Er hat einen ausgeprägten Torinstinkt, glänzt aber auch häufig als Vorbereiter. Die Klasse des inzwischen 30 Jahre alten Stürmers haben nicht nur die Niederländer bei der EM 2008 zu spüren bekommen. 2009 wechselte er nach langem Hin und Her für rund 16 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg zum FC Arsenal. Dort ist Arschawin, der ein Modedesign-Studium erfolgreich abgeschlossen hat, zwar momentan meist Bankdrücker – im Nationalteam aber nach wie vor ein ganz wichtiger Eckpfeiler.
Dirk Nicolaas, genannt Dick, Advocaat hatte in Russland gute Erfahrungen gemacht: 2008 wurde er mit Zenit St. Petersburg UEFA-Cup-Sieger. Danach war der 64-Jährige Niederländer Trainer der belgischen Nationalmannschaft - allerdings nur für sechs Monate - und parallel auch Coach des niederländischen Klubs AZ Alkmaar, ehe er 2010 wieder nach Russland zurückkehrte. Diesmal als Nationaltrainer.
Quelle: t-online.de
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