02.12.2011, 08:00 Uhr
"Ein glückliches Team und ein glückliches Land" soll Portugal sein. Davon ist zumindest der oberste Fußballlehrer des Landes überzeugt, weil sich die Selecao doch noch für die EM 2012 qualifiziert hat. Paulo Bento heißt der Mann an der Seitenlinie, der endlich die latente Diskrepanz zwischen Talent und Erfolg in der portugiesischen Nationalmannschaft abstellen soll. Doch stattdessen zeichnet sich die Mannschaft von Superstar Cristiano Ronaldo noch immer meist durch Streitigkeiten, Missgunst und Egoismus aus.
Darüber kann auch das am Ende furiose 6:2 im entscheidenden Relegationsspiel gegen Bosnien nicht hinweg täuschen. Alleine, dass sich die mit Ausnahmekönnern gespickte Mannschaft in einer Gruppe mit Dänemark, Norwegen, Island und Zypern nicht Platz eins und damit die direkte Qualifikation sichern konnte, war schon eine kleine Blamage. Grund war u.a. das epische 4:4 gegen den Insel-Zwerg aus Zypern und das letzte und entscheidende Gruppenspiel in Dänemark, das die Portugiesen völlig verdient mit 1:2 verloren. Also musste wie auf dem Weg zur WM 2010 Bosnien als Gegner in den Play-offs besiegt werden. Was dann auch gelang. (EM-QualifikationErgebnisse und Tabelle der Gruppe H)
Luis Figo, Joao Pinto und Rui Costa hießen einst die Stars der Goldenen Generation in Portugal. Heute heißen sie Cristiano Ronaldo, Nani und Pepe. Die Erben des großen Eusebio sollen endlich den ersten großen Titel holen. Die Mannschaft ist jedoch alles andere als ein verschworener Haufen, der gemeinsam auf das Ziel hinarbeitet. Vielmehr sorgten Skandale in den letzten Monaten für Aufsehen. Erst wurde Altstar Ricardo Carvalho nach einem Zoff mit Trainer Bento für ein Jahr vom Verband gesperrt. Dann kündigte Jose Bosingwa an, unter Bento nie wieder für Portugal spielen zu wollen und wurde ebenfalls vom Verband gesperrt. Beide, deren Qualitäten der Defensive gut zu Gesicht stehen würden, werden bei der EM definitiv fehlen. Dennoch glaubt Bento, "endlich eine Mannschaft zu haben, die füreinander kämpft". Das muss sie aber erst noch beweisen. Denn es wäre das erste Mal seit vielen Jahren.
In der Pflicht ist daher auch der große Star des Teams. Cristiano Ronaldo haftet in Portugal allerdings der Ruf an, nur im Vereinstrikot große Leistungen zu bringen und im Nationaltrikot eher durch Starallüren aufzufallen. Selten glänzte er so wie beim 6:2 gegen Bosnien. Seine Tore 31 und 32 in der Nationalmannschaft, mit denen er zu Idol Luis Figo aufschloss, sollen nun aber endlich der Anfang einer großen Zeit auch für sein Land sein. Mit 27 Jahren wird es auch langsam Zeit.
Paulo Bento ist seit September 2010 Trainer der Selecao. Er übernahm das Amt von Carlos Queiroz und überraschte die Fußball-Welt direkt mal mit einem 4:0 über den Welt- und Europameister Spanien. Doch dann folgten die nationalen Beben, als Bento sich erst mit Carvalho und dann mit Bosingwa überwarf. Letzterer urteilte anschließend: "Bento ist ein Trainer, der mit seinen Spielern viele Konflikte hat und weder mental noch emotional in der Lage ist, eine Gruppe von Männern anzuführen." Dem widerspricht Stürmer Hugo Almeida, der seinem Coach "sehr gute und ernst zu nehmende Arbeit" attestiert. Diese will und muss Bento nun bei der EM in Ergebnisse ummünzen, sonst, so sind sich die heimischen Medien einig, ist seine Karriere beim portugiesischen Verband beendet. Der 42-Jährige hat im Übrigen als Spieler selbst eine bewegte Vergangenheit. Nach dem verlorenen EM-Halbfinale 2000 gegen Frankreich war der damalige Nationalspieler von der UEFA "wegen ungebührlichen Verhaltens gegenüber den Schiedsrichtern" zu einer sechsmonatigen Sperre verdonnert worden.
Quelle: t-online.de
toni schrieb:
am 2. Dezember 2011 um 20:54:55
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Streitigkeiten, Missgunst und Egoismus aus.
Ich finde mann soll die andere manschaften auch respektieren. Es gibt in Deutschland kein spieler von der klasse von Cristiano Ronaldo.
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