03.01.2012, 15:25 Uhr
Daumen hoch: Joachim Löw fordert gedankliche Schnelligkeit. (Quelle: imago)
Bundestrainer Joachim Löw hat sich eine Nationalmannschaft geformt, die reif für den Titel bei der EM 2012 ist. Davon sind alle Experten überzeugt. Doch Löw warnt, mahnt und fordert. Er weiß, wie gut sein Team ist. Er weiß, wie weit es sich schon entwickelt hat. Aber er weiß auch, dass es vor allem mental im entscheidenden Moment fit sein muss, um auch den stärksten Gegner in die Knie zu zwingen. Und für diese Aufgabe bedarf es außergewöhnlicher Qualitäten, die über das rein Fußballerische hinausgehen.
"Wenn ein Spieler eine gute Technik und eine gute Grundschnelligkeit besitzt, aber langsam im Kopf ist, kann das seinen Wert für das Team mindern", sagt Löw. Die Gedankenschnelligkeit, sie ist es, die der Bundestrainer "vielleicht noch über die körperliche Schnelligkeit" erhebt und deswegen besonders gefördert hat in den vergangenen Monaten.
Dennoch sieht er sein Team noch nicht am Ende der Entwicklung. Die Spieler seien schon sehr leistungsorientiert und professionell in ihrer Lebensweise. "Aber sie können noch stärker daran arbeiten, was es heißt, den Beruf des Fußballprofis auszuüben. Es reicht heute ja bei weitem nicht mehr, gut Fußball zu spielen. Jeder Spieler ist sozusagen seine eigene Firma. Und gleichzeitig muss der Teamgedanke über allem stehen", so der Bundestrainer.
Daher müssten sich gerade die Spieler, die noch nicht so lange im Kreise des DFB-Teams dabei sind, noch mehr auf das Wesentliche fokussieren. Und Löw nennt Namen: Götze, Kroos, Schürrle - Spieler, die schnell empor gekommen sind in den letzten eineinhalb Jahren. Sie dürften sich von "guten Kritiken nicht zum Höhenflug verleiten lassen". Erst dann wüssten sie im entscheidenden Moment - zum Beispiel einem EM-Finale - "was man als unwichtig ausblenden muss".
Gerade gegen Mannschaften wie Spanien sei dies von unermesslicher Wichtigkeit, da Xavi, Iniesta und Co. nicht mit Aggressivität und mit Härte zu schlagen seien. "Man trifft sie damit nicht. Sie sind gedanklich zu schnell." Also müsse die deutsche Mannschaft gerade in diesem Punkt auf Augenhöhe mit dem amtierenden Welt- und Europameister sein. Erst dann habe seine Elf eine realistische Chance auf den Titel.
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Oder in Löws Worten: "Es geht darum, gedanklich immer schneller zu sein. Denn die Räume werden immer enger, die Zeiten für Ballannahme und -mitnahme werden noch kürzer. Das Einfache müssen wir zum Besonderen erheben. Ballannahme, Ballmitnahme, Passspiel, gutes Zweikampfverhalten - das alles muss in sehr hohem Tempo weiter perfektioniert werden. Das Einfache perfekt zu beherrschen, ist die große Kunst im Fußball."
Quelle: t-online.de , dapd
Hennes schrieb:
am 3. Januar 2012 um 16:27:27
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"kluges Köpfchen"
Bei diesen Anforderungen wird es aber für den einen oder anderen ganz schön eng in der Nationalmannschaft.
Außergewöhnliche Fähigkeiten über das rein Fußballerische sind nur bei einigen wenigen Spielern vorhanden. Na denn viel Spaß beim Aussortieren.!
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Bayern Fan schrieb:
am 3. Januar 2012 um 15:22:02
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Löw
Gute Einstellung und müssen sie die Spieler nur noch umsetzen. Die Bayernspieler scheinen mir hier klar im Vorteil zu sein.
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