06.10.2011, 14:07 Uhr
Joachim Löw nimmt das Duell mit der Türkei sehr ernst. (Foto: imago)
Aus Istanbul berichtet Patrick Brandenburg
Sollte tatsächlich jemand gedacht haben, die Nationalmannschaft würde den abschließenden Qualifikations-Doppelpack nicht ernst nehmen, ist er nun eines Besseren belehrt. Vor der ersten Partie, dem Prestigeduell mit der Türkei (Freitag ab 20.15 Uhr im Liveticker von t-online.de), hat der Bundestrainer jedenfalls schon auf Turniermodus umgestellt. Er lobt den Gegner über den grünen Klee und lässt sich nicht mehr in die Karten schauen, als stünde die DFB-Elf bereits im EM-Finale. "Über die Aufstellung werde ich frühestens nach dem Abschlusstraining entscheiden", kündigte Joachim Löw in Istanbul an und hielt sich im Vergleich zu den jüngsten Partien sehr bedeckt.
Die Faktoren Taktik und Fitness entscheiden über die Startelf, aber es ist längst nicht klar, was davon möglicherweise auch Poker ist. "Wir haben ernste personelle Sorgen", sagte Löw und stellte den Einsatz der drei Leistungsträger Mesut Özil, Miroslav Klose und Mario Gomez in Frage. Spielmacher Özil hat Probleme mit der Achillessehne, Gomez zwicken die Adduktoren und Klose hat einen Bluterguss im Knie von seinem Klub Lazio Rom mit zur Nationalelf gebracht.
Nach dem Abschlusstraining stand fest: Gomez ist fit für das EM-Qualifikationsspiel, ob allerdings Özil und Klose nominiert würden, werde sich erst kurz vor Spielbeginn entscheiden, teilte der DFB mit.
Zwar wehrte sich Löw gegen Vermutungen aus der türkischen Presse, er habe sich mit Özil längst darauf verständigt, dass dieser den zu erwartenden emotionalen Spießrutenlauf in der Heimat seiner Eltern nicht mitmachen brauche. "Mesut wollte unbedingt mit nach Istanbul, und er will unbedingt spielen." Doch gleichzeitig brachte Löw nicht nur Shooting Star Mario Götze als Ersatz ins Spiel, sondern ebenso einen Überraschungskandidaten: "Auch ein André Schürrle kann hinter der Spitze spielen." Eine Nebelkerze? Auf jeden Fall ein frischer Gedanke, der Türkei-Trainer Guus Hiddink ebenso beschäftigen soll wie das Lob für die Gastgeber. Löw: "Ich bin sicher, wir werden eine andere Mannschaft sehen als bei unserem 3:0-Sieg im Hinspiel in Berlin."
Nicht mal in der Abwehr wollte sich der Bundestrainer vorab festlegen, obwohl eigentlich klar sein dürfte, dass Benedikt Höwedes auf der rechten Abwehrseite vorspielen darf. Darüber hinaus kämpfen in der vermutlich hitzigen Atmosphäre des Galatasaray-Stadions Per Mertesacker und Mats Hummels um den zweiten Platz in der Innenverteidigung neben Holger Badstuber. Für Arsenal-Verteidiger Mertesacker spricht, dass er langsam wieder an die Nationalelf herangeführt werden soll, für Hummels die jüngere Vergangenheit als Quasi-Stammspieler und die Tatsache, dass Löw im zweiten Spiel gegen Belgien nicht gleich wieder alles über den Haufen werfen will.
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Unkonventionell ist auch die unmittelbare Vorbereitung des DFB auf das Türkeispiel. "Wir haben zwei Trainingseinheiten vor dem Spiel, das ist ungewöhnlich", sagte der Bundestrainer. Nach der langen Anreise von Mainz nach Istanbul hatte Löw die Mannschaft bereits am Morgen aufgescheucht, "um in die Gänge zu kommen und die Verspannungen zu lösen". Das alles soll helfen, nicht die gleichen Fehler wie vor der EM 2008 zu machen. Auch damals hatte sich die deutsche Mannschaft souverän vorzeitig qualifiziert, fiel aber nach einer 0:3-Heimpleite im wertlosen Spiel gegen Tschechien in ein Leistungsloch.
Heute sei die Mannschaft reifer, erklärte der Bundestrainer und setzte neue Anreize: "Zehn Siege in der Qualifikation, das ist Herausforderung und Motivation genug", sagte Löw und setzt sein Team unter Druck. "Wir wollen die Atmosphäre annehmen und trotzdem unser Spiel gestalten." Sein Kapitän ist schon voll bei ihm in dieser Sache. "Die Preise werden erst 2012 vergeben, aber wir wollen den Qualifikationsrekord. Das wäre eine schöne Nebensache", sagte Philipp Lahm, der eine weitere Motivationshilfe an die Kollegen ausgab. "Es geht jetzt schon um die EM-Plätze. Jeder muss sich beweisen in diesem breiten und starken Kader. Die Jungen, und auch die Erfahrenen." Denn auch im Kampf um die Startelf werden die Karten jetzt neu gemischt.
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Quelle: t-online.de
Heinrich R. schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 17:58:29
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Löw läßt sich nicht...
Völlig richtiges Verhalten des Trainers.
Die größten Probleme hat er doch mit großen Teilen der sogen. Medien
und den Pseudotrainern.
Die Arbeit mit den Spielern und nicht zuletzt mit dem Ball, dürften ihm dagegen soviel Spaß machen, daß er das alles unbeschadet überstehen kann.
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mitdenker schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 17:18:30
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niersotter
wir leben in einen anderen zeitabschnitt und nicht mehr in der zeit von herrn herberger. bitte mal überdenken
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Niersotter schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 17:01:25
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Loew/Herberger
Loew ist ein Blender mit schlechtem Charakter. Man beobachte ihn nur bei schwierigen Situationen, wie er an der Außenlinie
poltert, schimpft und mit verächtlichem Gehabe gegenüber den Spielern herumgeifert, statt notwendige Hilfen einzuleiten. Er taktiert, wartet den für ihn besten Zeitpunkt ab, um seine Position zu stärken, auch auf Kosten seiner Spieler. Viele kennen aus Altersgründen Sepp Herberger nicht mehr, ich noch sehr gut. Zwischen diesen Bundestränern liegen Welten.
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