11.10.2011, 13:12 Uhr
Thomas Müller geht gerne auch mal Risiko. (Quelle: imago)
Aus Düsseldorf berichtet
Marc L. Merten
Selten in seinem Leben hat sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß wohl derart geirrt wie im Jahr 2009, als er den Satz prägte: "Die DFB-Elf ist auch ohne Thomas Müller gut genug." Zwei Jahre später hat dieser Thomas Müller bereits 22 Länderspiele absolviert, acht Tore erzielt und darf sich WM-Torschützenkönig nennen. Aber damit nicht genug: Er ist der dominante und überragende Spieler der DFB-Auswahl der vergangenen Wochen. Der 22-Jährige hat sich zum unverzichtbaren Spieler einer Nationalmannschaft entwickelt, in der es eigentlich gar keine Stammspieler mehr geben soll. Doch für Müller gelten andere Gesetze.
Seit Monaten wirbt Bundestrainer Joachim Löw dafür, den Begriff "Stammspieler" aus dem offiziellen DFB-Duden zu streichen und auf den Index zu setzen. "Wir müssen uns in Deutschland endgültig von dem Gedanken verabschieden, dass es elf Stamm- und elf Ersatzspieler gibt", propagiert Löw leidenschaftlich, um mit sachlicher Endgültigkeit hinzuzufügen: "Das Thema Stammspieler ist für mich passé!" Die Gegenwart besteht für Löw vielmehr aus einem DFB-Team, in dem jeder ersetzbar ist, weil auf jeder Position mehrere ähnlich starke Ausnahmekönner zur Verfügung stehen.
Da mag es ihm absurd vorkommen, dass ihn einer seiner eigenen Spieler daran erinnern muss, dass dies auf einer Position zuletzt ganz und gar nicht gegeben war. "Ich hatte lange Zeit keinen Konkurrenten, weil Marco Reus immer wieder ausgefallen ist", sagt Müller mit breitem Grinsen. "Daher sehe ich mich auf jeden Fall als Teil der ersten Elf." Das böse Wort kommt ihm dabei zwar nicht über die Lippen. Zum Thema Ersetzbarkeit und Rotation hat der Münchner aber seine ganz eigene Meinung: "Rotation finde ich gut. Bei den anderen."
Dabei hatte auch er sich jüngst auf der Bank der Nationalmannschaft wieder gefunden. Und das nach seiner Gala gegen Österreich: Drei Tore hatte Müller aufgelegt. Anschließend wollte Jogi Löw den Hype um seinen Jungstar beruhigen. Gegen Polen dauerte es bis zur 60. Minute, ehe Müller ran durfte. Die verbliebenen 30 Spielminuten reichten ihm jedoch, um zwei weitere Tore vorzubereiten. Der Höhepunkt folgte dann gegen die Türkei, als er an allen drei – böse Zungen behaupten, an allen vier – Toren beteiligt war. "Der Mülli spielt Fußball, wie er Karten spielt: völlig unberechenbar", sagt Sturmkollege Mario Gomez über den leidenschaftlichen Schafkopf-Spieler.
Der Schlaks mit dem Lausbubengesicht macht sich gar nicht erst die Mühe, dem zu widersprechen. "Ich bin ein Mensch, der gerne auch mal Risiko geht, wenn auch kein Harakiri", sagt Müller über sich und meint damit Karten- und Fußballspieler zugleich. Er weiß, dass gerade diese Spielweise ihn so beliebt, aber auch so erfolgreich gemacht hat. Daher fällt es ihm auch leicht, offen auf die Karte "Stammspieler" zu setzen. Auch, wenn es die eigentlich gar nicht mehr gibt. Aber Müller sagt nur: "Manchmal muss man eben zocken."
Quelle: t-online.de
powderfinger schrieb:
am 11. Oktober 2011 um 20:27:05
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@ brezelfan
Sie wollen doch unseren Uli nicht mit diesem Typen von der Kirche vergleichen.....das würde dem Uli nicht gerecht.
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Miggi schrieb:
am 11. Oktober 2011 um 18:59:15
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Thomas Müller
Mittelalterspass glaubt das Thomas Müller nicht mehr lange unter den Spitzenfußballern zu finden sein wird.
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KEIN-BAYERN-FAN schrieb:
am 11. Oktober 2011 um 18:28:07
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Müller / Hoeneß / Rummenigge
Fußball ist in den letzten Jahrzehnten immer schneller geworden. Trotzdem erinnert mich Thomas Müller an die
Spielweise von Kalle Rummenigge in den 80er Jahren. Schnell - gefährlich - mannschaftsdienlich. Als Mensch nett und bodenständig. Thema Ulli Hoeneß: Obwohl Ulli Hoeneß Nationalspieler war, hat er, meiner Meinung nach, als Manager wesentlich mehr geleistet als Spieler. Weltbekannter schuldenfreier Verein mit Super-Stadion mit einem soliden Finanzhaushalt. Die Bundesliga hat ihm zu danken.
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